| Bunter Alltag – Nr.
21/2011 (12.12.2011)
Holger Lehfeld lässt die Baumüller-Kantine in kräftigen
Farben leuchten
Nürnberg. Seit Anfang November sind Holger Lehfelds
Arbeiten bei Baumüller zu sehen. In der Firma ist er
kein Unbekannter. Schon 2005 freuten sich die Kantinengäste
über Lehfelds Mix aus Nürnberger Ansichten, wunderlichen
Igeln und stimmungsvollen Gartenlampions.
Der Maler Holger Lehfeld, der bereits 2005 in der Baumüller
Kantine ausstellte, ist seinem Stil treu geblieben. Aus klare
Formen und kräftige Farben formt der Künstler alltägliche
Architektur. Lichteffekte und Naturansichten laden zum Nachdenken
ein.
Der gebürtige Erlanger fand nicht im ersten Anlauf zur
Kunst. Nach Fachabitur und Ausbildung suchte er neue Perspektiven,
die er in Künstlern der klassischen Moderne fand: „Ich
merkte damals einfach, dass mich die farbliche Darstellung
eines Baumes oder der Schattenwurf an einer Hauswand mehr
interessierten als die Auftragsabwicklung in einem Industriebetrieb
oder eine Tätigkeit in der Sozialverwaltung.” So
entschloss er sich zu einem Malereistudium in Nürnberg
und Krakau, das er 2004 beendete.
Ohne viel Schnickschnack
Bei der Kunst auf der Leinwand lässt sich Lehfeld gerne
von der eigenen Intuition leiten: „Ich nehme sehr stark
auf, was ich in meiner unmittelbaren Umgebung sehe und erlebe.
Eine besondere Lichtsituation, eine Form, eine Landschaft
oder etwas flüchtig Gesehenes, das mich an etwas erinnert.”
Wichtig ist ihm eine klare Bildsprache. Lehfeld betont: „Ich
möchte ohne viel Beiwerk und Ablenkung wesentliche Inhalte
darstellen.”
Nicht alle Bilder sind leicht zugänglich. Manchen Betrachter
verwirrt beispielweise„Igelsdorf”. Der Künstler
möchte, dass der Betrachter die Antwort für sich
selbst findet: „Das Bild bewahrt sein Geheimnis und
macht es vielleicht gerade deshalb interessant.” Das
Bild soll nur der Katalysator sein, der den Betrachter zum
Nachdenken anregt und Träume auslöst. In anderen
Werken bilden sich lokale Bezüge ab. Wer genau hinsieht
entdeckt im „Hotel” das Grand Hotel auf dem Nürnberger
Bahnhofsplatz.
Die Möglichkeit in einer Kantine auszustellen bewertet
der Künstler positiv: „In der Kantine hat man zwar
weniger Muße sich auf Kunst einzulassen, aber die Bilder
können trotzdem Anlass geben, ein Gespräch anzufangen
oder die eigene Phantasie anzuregen. Und schon ist das geglückt,
was ich mit den Bildern erreichen will: Kommunikation.”
Kunst im industriellen Umfeld
Das Projekt „Kunst in der Kantine“ bietet seit
Jahren Künstlern aus der Region Nürnberg die Möglichkeit,
ihre Werke in den Räumen von Baumüller auszustellen.
„Kunst im industriellen Umfeld“ – dieses
Motto kommt bei Initiatoren, Künstlern und Besuchern
der Ausstellung gut an. 48 Ausstellungen konnten Mitarbeiter
und externe Kunstinteressierte inzwischen schon in der Kantine
besuchen.
Holger Lehfeld stellt seine Werke noch bis zum 28. Februar
2011 in der Kantine von Baumüller, Ostendstr. 80-90,
aus. Ein Besuch der Ausstellung ist nach telefonischer Voranmeldung
unter 0911/5432-319 möglich.
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